3. Aus der vorgeschichtlichen Zeit von Militsch



Die Gegend von Militsch war schon lange vor der Zeit, von der die ersten Überlieferungen uns noch erhalten sind besiedelt. Dies beweisen die prähistorischen Grabfunde, von denen uns ältere Schriftsteller berichten. So erzählt Volkmann in seinem Buche »Silesa subterranea« aus dem Jahre 1720 von einzelnen ausgegrabenen Waffenstücken, die er auch abgebildet hat. Zweifellos haben wir es hier mit einem Grab eines heidnischen Kriegers zu tun, der in voller Rüstung samt seines Streitroß bestattet worden war. Einen ähnlichen Fund, vielleicht gar denselben, macht Fr. Kruse in Budorgis aus dem Jahre 1819 namhaft. Er gibt an, daß in Militsch selbst eine große Urne gefunden wurde, in der sich zwei Sporen befanden. Auch viele andere metallene Geräte, Buckeln von Streitgürteln, Wurfspießspitzen, Messer, Meißel von Eisen lagen dabei. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden auf dem großen Hopfenberge bei Militsch zahlreiche Funde aus der slawischen Zeit (ca. 10. - 11. Jahrhundert) gemacht. Diese Dinge weisen auf die Ausübung des Jagdhandwerks hin, dem die schon in gewisser Weise zivilisierten heidnischen Bewohner unserer Gegend vor zirka 1000 Jahren oblagen. Jedenfalls bildeten Krieg und Jagd die Hauptbeschäftigung der nur spärlichen Bevölkerung unseres Landstrichs. Der Hopfenberg bei Militsch ist nach den bisherigen Feststellungen als der älteste Wohnplatz der slawischen Ureinwohner anzusehen.





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