1. Land und Leute



Eingebettet in einem flachen, lieblichen, von der Bartsch durchströmten Tale, entbehrt unsere Stadt keineswegs der Reize einer landschaftlich schönen Umgebung. Die waldumsäumten Hügelketten, die sich in ostwestlicher Richtung zu beiden Seiten des Flusses hinziehen, die grünen Wiesenmatten, die blanken Spiegel der Teiche, die roten vom Laubdach hoher Bäume überwölbten Ziegeldächer des städtischen Weichbildes werden auf den naturfrohen Beobachter stets einen freundlichenEindruck machen.

Man mag seinen Standort wählen wo man will, auf den Steffitzer Höhen oder an der Eisenbahnbrücke von Schlabitz, auf dem Weinberge bei Duchawe oder an der Wembowitzer Windmühle oder, ein wenig entfernter, an der turmgekrönten Johanneshöh zwischen Postel und Waldkretscham, von überallher genießt man einen herrlichen Ausblick auf unsere Stadt. Die durch Wald und Wasser, Berg und Tal reichbelebte Landschaft verleiht dem Bilde unserer Stadt einen außerordentlich wirkungsvollen Rahmen.

Freilich gab es vordem einmal eine Zeit, wo dieses lachende Tal noch ein weites, unzugängliches Sumpf- und Bruchland darstellte, wo Biber und Fischotter ihr beschauliches Daseinführten und wo dichtes Gestrüpp und undurchdringliche Wälder allerlei wildem Getier willkommenen Unterschlupf boten. Jedenfalls bildete die wasserreiche, träge fließende Bartsch (auf deutsch: »Schlammfluß«) damals, als von menschlicher Kulturarbeit noch keine Rede sein konnte, in viel größerem Maße als heute Teiche und Sümpfe, die von allerlei Wasservögeln und Fischen bevölkert waren.


Bevölkerung

Die Bevölkerung unseres Landstrichs ist, obwohl nur durch eine geringe Entfernung (durchschnittlich 8 - 9 km) von der polnisch-posenschen Grenze getrennt, heute durchweg deutsch. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es noch eingesessene Polen. Die alten Ortsnamen beweisen, daß in früheren Jahrhunderten (12. bis 14. Jahrhundert) das polnische Element hier die ersten Ansiedlungen geschaffen hat und erst allmählich zur deutschen Sprache und Sitte dank der nationalen Bestrebungen der Grundherrschaften und der Verkehrsbeziehungen zum deutschen Bürgerstande unsere Stadt übergeführt wurde.





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